Bergarbeiterkirche Trebnitz

Bergarbeiterkirche Trebnitz

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Ende des 19. Jahrhunderts war die Bevölkerung der Gemeinden Trebnitz und Oberschwöditz durch den umliegenden Bergbau stark angewachsen. Die Bewohner besuchten bis dahin die Gottesdienste in der Kirche St. Georg im nahe gelegenen Teuchern. Doch nun war die Zeit reif für einen eigenen Kirchenbau. Es dauerte eine Weile, bis das Geld dafür aufgetrieben war. Mit Hilfe vieler privater Spenden konnte am 1. August 1913 der Grundstein für die Trebnitzer Bergarbeiterkirche gelegt werden. Durch den Holsteizer Baumeister Franz Kühnberg nach einem Entwurf von Regierungsbaumeister Zimmermann aus Naumburg errichtet, wurde die Kirche am 6. Dezember 1914 eingeweiht. Teile der Innenausstattung wurden aus Spenden dankbarer Gemeindemitgliedern finanziert, wie zum Beispiel eine Glocke, die Opferstöcke, der Taufstein und zwei Leuchter.

Die massiven Mauern der Trebnitzer Bergarbeiterkirche bestehen aus Feldsteinen der Umgebung. Die Kirche selbst ist – typisch für diese Zeit – im neobarocken Stil erbaut. Blickfang im Kirchenschiff ist ein großer elektrischer Leuchter. Er ist ebenfalls ein Geschenk der Gemeindemitglieder – zum 25. Geburtstag der Kirche im Jahr 1939. Auf seinem großen Längsbalken trägt er geschnitzte Szenen aus dem Leben in und um Trebnitz. Dargestellt sind ein Schmied, ein pflügender Bauer und ein Bergmann auf seinem Weg zur Arbeit. Rechts und links finden sich die Inschriften „Bete und arbeite“ und „Christus ist mein Leben“.

Zusätzlich zum üblichen Gottesdienstraum ist unterhalb der Orgelempore eine „Winterkirche“ eingebaut. Dieser Raum ist beheizbar und ermöglicht, auch in der kalten Jahreszeit im Kirchengebäude Gottesdienste abzuhalten.

Im Jahr 1964 wurde der Innenraum der Kirche renoviert und zur heutigen Gestalt umgewandelt. So wurde zum Beispiel die Kanzel über dem Altar abgebaut und durch ein ebenerdiges Lesepult ersetzt. Das Kruzifix, welches auch heute noch den Altarraum schmückt, ist ein Entwurf von Pfarrer Dutschmann aus Hohenmölsen.

In den 70er Jahre zeigten sich altersbedingt gravierende Schäden an der Kirche, hinzu kamen schädigende Umwelteinflüsse. Ein Blitzschlag zerstörte das elektrische Geläut und den elektrischen Uhrenaufzug. Reparaturen waren zu dieser Zeit jedoch nur schwer zu realisieren. Der Glockenturm mit seiner kuppelförmigen Rundhaube wurde daher schließlich ganz zurückgebaut und durch ein Pyramidendach mit Teerpappe-Schindeln ersetzt.

Erst seit Mitte der 90er Jahre trugen die Bemühungen der engagierten Kirchgemeindemitglieder Früchte: zahlreiche Privatpersonen und Firmen halfen mit Geld- und Sachleistungen, die Kirche zu sanieren. Heute ist die Bergarbeiterkirche Trebnitz wieder lebendiges? Zentrum des Ortes. Besucher sind eingeladen zu Gottesdiensten, zum regelmäßigen Gesprächskreis der „Frauenhilfe“ oder einfach nur zur Einkehr und Besichtigung.