Bergarbeiterkirche Deuben

Bergarbeiterkirche Deuben

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Direkt neben dem Bergbaumuseum, noch auf dem Gelände der ehemaligen Schule, steht die Bergarbeiterkirche Deuben. Der Bau einer neuen Kirche war nötig geworden, weil die kleine Gemeinde Deuben durch den Zuzug von Bergleuten und Handwerkern, welche in den umliegenden Gruben in Lohn und Brot standen, stark angewachsen war. Der bislang für Gottesdienste genutzte Schulsaal reichte dafür nicht mehr aus.

Nach nur rund einem Jahr Bauzeit wurde die Kirche am 14. September 1908 eingeweiht. Der einschiffige Klinkerbau mit gerade geschlossenem Chorraum und Westturm ist im neogotischen Stil erbaut. Die heute zu sehende Ausstattung stammt noch aus der Bauzeit. Bemerkenswert sind die außergewöhnlichen Bleiglasfenster. Ungewöhnlich sind auch der Altar sowie Kanzel und Taufstein, die aus gebrannter Terrakotta gefertigt sind.

Während der DDR-Zeit wurde die Kirchgemeinde immer kleiner und die Kirche verfiel immer mehr, bis sie Anfang der 90er Jahre gar nicht mehr genutzt wurde.

Dank engagierter Gemeindemitglieder, dem Heimatverein „Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier“ e. V. und mit Unterstützung des Ortsgemeinderates, der MIBRAG und des Kirchenkreises wurde dem zunehmenden Verfall seit Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts Einhalt geboten. Schritt für Schritt restaurierte man die schadhaften Gemäuer und die Ausstattung, reinigte das Dach vom Kohlenstaub, gab dem Kirchenschiff einen neuen Anstrich und füllte die Kirche mit neuem Leben.

So wird die Bergarbeiterkirche heute wieder rege genutzt – nicht nur durch die Gemeindemitglieder, sondern auch durch Kindergarten- und Schulkinder oder durch den benachbarten Heimatverein „Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier“ e.V. Traditionell läutet der Verein alljährlich in der Kirche den Tag des Bergmanns mit einem Festgottesdienst ein – genau beobachtet von dem Abbild eines Bergmanns, der freundlich lächelnd von einem einzigartigen Bleiglasfenster im Altarraum auf das Geschehen herabblickt.